Starkregen setzte im Kreis Soest Keller und Straßen unter Wasser

Einen wahren Kampf gegen die Wassermassen lieferten sich am Freitag, 1. Juni 2018, die Feuerwehren im Kreis Soest. Was mit einer relativ kleinen Gewitterzelle und 20 Einsätzen aufgrund des Starkregens in den Morgenstunden begann, wurde im Laufe des Tages zu einem Großeinsatz. Niederschlagsmengen von bis zu 80 Litern pro Quadratmeter sorgten in der Soester Innenstadt nicht nur für überflutete Keller, es bildeten sich vereinzelt sogar Flüsse auf den Straßen.

"Ab 14:45 Uhr zog eine große Gewitterzelle über Rüthen in Richtung Warstein nach Soest. Den Prognosen zur Folge sollte die Zelle weiter nach Westen ziehen, aber Gewitterzellen machen bekanntlich genau das, was man nicht erwartet. Sie drehte plötzlich über Soest und sorgte so punktuell für eine sehr hohe Niederschlagsmenge", erklärt Kreisbrandmeister Thomas Wienecke. Die Soester Innenstadt war von dem Unwetter und den Wassermassen durch den Starkregen am schwersten im Kreisgebiet betroffen. Allein dort sei die Feuerwehr zu 350 bis 400 Einsätzen gerufen worden, so der Kreisbrandmeister.

Aufgrund der vielen Einsätze, auch in den anderen Kommunen, wurden überörtliche Züge alarmiert. Fast jede Kommune stellte mindestens einen Löschzug zur Verfügung, um die örtlichen Kräfte zu unterstützen. Zudem leisteten die Technischen Züge des THW Soest und Lippstadt Hilfe, unter anderem mit zusätzlichen Pumpen.

Ein weiterer Einsatzschwerpunkt am Freitagabend lag in Lippstadt. Während sich um kurz vor 20 Uhr die Lage in Soest etwas entspannt und der Regen nachgelassen hatte, hieß es in Lippstadt: "Land unter!" Für die Feuerwehren in Lippstadt und Erwitte wurde Vollalarm ausgelöst. Insgesamt wurden 250 Einsätze gefahren. Auch in Warstein hatten die Feuerwehrkräfte viel zu tun: Der Starkregen sorgte im Ortsteil Sichtigvor dafür, dass Erdmassen von den Feldern in den Ort gespült wurden und Straßen sowie Häuser überfluteten und verschlammten.

Kreisbrandmeister Thomas Wienecke: "Überwiegend handelte es sich bei den Einsätzen am Freitag um vollgelaufene Keller, bei denen der Wasserstand teilweise bis zur Decke ging, und überflutete Fahrbahnen. In Soest lief eine Tiefgarage voll und in Ostönnen kam es für zwei Stunden zu einem Teilstromausfall. Wir haben die Bevölkerung aber informiert und gewarnt, auch über die Warn-App NINA. In Ostönnen haben wir das Feuerwehrgerätehaus geöffnet, um für Notfälle als Ansprechpartner vor Ort zu sein."

Das Resümee des Kreisbrandmeister am Tag nach dem großen Unwetter: "Solche Starkregenereignisse mit Gewitterzellen treten nur partiell auf. Im Kreisgebiet hatten wir in vielen Teilen Unwetter mit unterschiedlichen Intensitäten, so dass es nicht überall zu Überschwemmungen kam. Die 650 Einsätze konnten gut gemeistert werden und niemand ist verletzt worden. Das ist auf jeden Fall erfreulich. Die Aufräumarbeiten werden aber sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, aber die Abwehrmaßnahmen haben ihren Zweck erfüllt."

Die Warn-App NINA, über die die Kreisleitstelle die Bevölkerung regelmäßig gewarnt und informiert hat, kann beispielsweise auf der Internetseite des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, unter www.bbk.bund.de, runtergeladen werden. Tipps zum richtigen Verhalten bei Unwetter und Hochwasser gibt es auf den Internetseiten des Kreises Soest in der Rubrik Sicherheit u. Ordnung / Katastrophenschutz. (Pressemeldung/Kreis Soest) Welche Auswirkungen Starrgen haben kann, zeigt dieses Video:

 

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