Kreis Soest, Biologische Station und Landwirtschaftskammer arbeiten eng zusammen, um die Landwirte bei der Verbesserung des Lebensraumes für das Rebhuhn und viele andere Arten der Felder zu unterstützen. Landwirte legen z. B. auf ihren Flächen Blühstreifen und Einsaatbrachen an oder verzichten auf Pflanzenschutzmittel und Düngung beim Getreide. So schaffen sie für das Rebhuhn sichere Orte für die Brut und durch die extensiv genutzten Flächen mit vielen Insekten auch Nahrung für die Jungvögel.

Feldhase, Feldlerche und das Rebhuhn oder Feldhuhn, sind typische Bewohner der Feldfluren entlang des Hellwegs. Die Hasen sind im Frühling bei ihren Verfolgungsjagden auf den noch kurzen Feldern gut zu sehen, und die Feldlerche macht durch ihren Fluggesang auf sich aufmerksam. Das Rebhuhn fällt den meisten Menschen dagegen weniger auf. Die gut getarnten Vögel leben sehr versteckt und ihre Rufe sind nur in der Abenddämmerung zu hören. Das früher sehr häufige Rebhuhn ist in den vergangenen Jahrzehnten in ganz Deutschland immer seltener geworden. Verluste durch Beutegreifer, Ausmähen der Nester und Mangel an Insekten für die Aufzucht der Jungen machen ihnen zu schaffen. "In der Hellwegbörde haben wir aber vergleichsweise gute Bestände", erläutert Ralf Joest von der Biologischen Station der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) Soest. "In den vergangenen Jahren sind sogar wieder mehr Rebhühner zu sehen. Zum einen haben sie von den trockenen und warmen Frühjahrs- und Sommermonaten der vergangenen Jahre profitiert, zum anderen zeigen die vielen Agrarumweltmaßnahmen offenbar ihre Wirkung".

Für diese Maßnahmen erhalten Landwirte eine Ausgleichsvergütung. Marko Kneisz von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Soest betreut diese Vertragsnaturschutzmaßnahmen: "Wir freuen uns über die vielen Landwirte, die den Artenschutz im Kreis Soest unterstützen. Die Entschädigungszahlung verhindert eine wirtschaftliche Benachteiligung".

In einem neuen Projekt werden die Landwirte auch von der Landwirtschaftskammer unterstützt. Als Biodiversitätsberater hilft Andreas Kemper auf Haus Düsse ihnen bei der Auswahl geeigneter Flächen, bei den Maßnahmen und bei der Antragstellung. Er weiß: "Viele Landwirte wollen gerne etwas für den Naturschutz tun, kennen aber die Möglichkeiten im Vertragsnaturschutz und bei den Agrarumweltmaßnahmen nicht."

Ansprechpartner sind Andreas Kemper von der Landwirtschaftskammer (Telefon 02945/989580), Marko Kneisz von der Unteren Naturschutzbehörde (Telefon 02921/302544) und Ralf Joest von der ABU (Telefon 02921/9698784). (Pressemeldung Kreis Soest) Mit Ralf Joest von der ABU sprach Möhnesee TV zum Thema Woeste: