Die Kommunalwahl liegt fast ein Jahr zurück, doch pandemiebedingt konnte sich der Naturschutzbeirat des Kreises Soest erst jetzt zu seiner konstituierenden Sitzung treffen. So stand zu Beginn der Zusammenkunft am Mittwoch, 12. August 2021, in der Kulturscheune Hof Haulle in Bad Sassendorf die Wahl der Vorsitzenden auf der Tagesordnung. Im weiteren Verlauf der Sitzung erteilte das 16-köpfige Gremium den Plänen zur Errichtung von 15 Windenergieanlagen im Arnsberger Wald eine klare Absage.

Bei der Wahl zum Vorsitzendenamt setzte sich Paul Köhler (Warstein) mit knapper Mehrheit gegen Dirk Schulze-Gabrechten (Bad Sassendorf) durch. Einstimmig wurde Schulze-Gabrechten anschließend zum stellvertretenden Vorsitzenden bestimmt. Köhler sitzt für den Naturschutzbund Deutschland im Beirat, Schulze-Gabrechten für den Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband. Außerdem vertreten sind im Naturschutzbeirat der Bund für Umwelt und Naturschutz, die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Waldbauernverband Nordrhein-Westfalen, der Landesverband Gartenbau, der Landesjagdverband, der Fischereiverband Nordrhein-Westfalen, der Landes-Sportbund und der Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker.

Der Naturschutzbeirat ist eine im Landesnaturschutzgesetz vorgesehene unabhängige Vertretung für die Belange von Natur und Landschaft bei der Unteren Naturschutzbehörde und fungiert als beratendes Gremium. In dieser Eigenschaft hat der Naturschutzbeirat im Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz, das die Windkraftpläne für den Arnsberger Wald derzeit durchlaufen, keine Rolle. Trotzdem war es den Mitgliedern wichtig, sich zu positionieren. "Wir müssen ein klares Signal senden", fasste Vorsitzender Paul Köhler die Stimmung zusammen. So wurden bei einer Enthaltung einstimmig zwei Kernaussagen verabschiedet. Zum einen befürchtet der Naturschutzbeirat, dass es eine extrem negative Beeinträchtigung des Naturparks Arnsberger Wald geben wird, wenn die Projekte realisiert werden.  Zum anderen sehen die Mitglieder das Vorhaben der 15 Windenergieanlagen grundsätzlich im eklatanten Widerspruch zu den Zielen von Natur- und Landschaftsschutz. Diese Einschätzung will die Untere Naturschutzbehörde an die für das Genehmigungsverfahren zuständige Untere Immissionsschutzbehörde weitergeben. (Pressemeldung Kreis Soest)