In Möhnesee sind zwei mit großer Wahrscheinlichkeit an der Staupe erkrankte Waschbären gesichtet worden. Einer Bürgerin war auf dem Günner Kirchweg ein Waschbär mit typischen Symptomen der Tierseuche aufgefallen. Das Tier wirkte desorientiert, hatte starke motorische Störungen sowie verklebte Augen und Nase. Ein zweites Tier mit ähnlichen Symptomen wurde in Neuhaus beobachtet. Deshalb empfehlen die Amtstierärzte des Kreises allen Hundehaltern dringend, den Impfschutz ihrer Tiere zu überprüfen.

Im Zweifelsfall sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Bereits im Jahr 2015 war Staupe bei Waschbären bzw. Füchsen in Rüthen und Warstein festgestellt worden, in 2017 in Rüthen.

 "Unserer Beobachtung nach entwickelt sich Möhnesee aktuell zu einem Hotspot der Tierseuche", erklärt Professor Dr. Wilfried Hopp, Abteilungsleiter des Veterinärdienstes beim Kreis. "Umso wichtiger ist jetzt die Vorsorge der Hundehalter in Sachen Impfschutz." Der Leitende Kreisveterinärdirektor weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die erkrankten Waschbären durch die Erkrankung ihre Scheu vor Menschen verlieren und sich so auch unter Umständen Haushunden nähern könnten. Auch Jäger und Hundebesitzer, die oft im Wald unterwegs sind, sollten einen Blick in die Impfpässe ihrer Hunde werfen.

Die Staupe ist eine übertragbare Viruserkrankung. Kennzeichnend für die Erkrankung sind hohes Fieber und Abgeschlagenheit. Je nach befallenem Organsystem können Durchfall und Erbrechen oder Atemwegssymptome auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Schädigung des Gehirns mit zentralnervösen Erscheinungen kommen. Für Haushunde existieren seit vielen Jahren wirksame Impfstoffe. Auf die Grundimmunisierung ist sowohl bei Welpen als auch bei älteren Hunden zu achten. (Pressemeldung Kreis Soest/Foto: Thomas Weinstock/Kreis Soest)